Filmschnitt, auch Montage genannt – ist das tägliche Handwerk eines Videofilmers. Jeder Autor, der seinen Film im Clubabend zur Diskussion stellt, hat seinen Film bereits „geschnitten“. Kennt also die Thematik. Ist es da sinnvoll und interessant, dem Filmschnitt einen ganzen Clubabend zu widmen?

Hans-Georg Lepkojis, stv. Vorsitzender im Film-Club Breisgau, hat gezeigt, dass das sehr wohl sinnvoll und interessant sein kann. Filmschnitt könnte zwar auch eine Aneinanderreihung einzelner Filmclips sein, das reicht aber nicht. Erst durch den gekonnten Schnitt wird ein gestalteter Film, wird eine Geschichte, zeigt den sogenannten „Roten Faden“. Der Schnitt bestimmt die Erzählweise wie auch den Rhythmus des Films.

Der beste Schnitt ist für den Betrachter oft unauffällig – wenn Grundregeln beachtet wurden. Hilfreich ist oft der Schnitt innerhalb einer Bewegung. Da muss aber vieles stimmen: die Lichtverhältnisse vor und nach der Schnittstelle. Auch die Kleidung des Protagonisten muss stimmen. Vor dem Schnitt im Jogginganzug und danach in Straßenkleidung. Das fiele auf und der Schnitt sollte ja kaum bemerkbar sein. Schädlich wäre ein Achsensprung, wenn die 180-Grad-Regelung nicht beachtet wird, wenn also die Kamera eine gedachte Linie überschreitet.

Zeitraffer und Zeitlupen können spannende Elemente des Schnitts sein. Auch Nahaufnahmen und unterschiedliche Szenenlänge sind Gestaltungselemente eines gelungenen Films. Der Einsatz von Originalton oder Musik – oder beide Elemente, es gäbe noch so vieles zu erwähnen. Hans-Lepkojis widmete sich natürlich auch diesem Teil. Filmschnitt ist Filmkunst, offensichtliche handwerkliche Fehler reißen den Betrachter aus der Geschichte heraus – und welcher Autor will das schon.
„Beifall ist das Brot des Künstlers“. Davon kann sich der Autor des Abends zwar nichts kaufen aber für Hans-Georg Lepkojis war es der Beweis, einen interessanten Abend für die Mitglieder vorbereitet zu haben.
Klaus Haberstroh